Entdeckung Amerikas • Eine blutige Geschichte (2024)

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Christoph Kolumbus sieht Festland. Dieses Ereignis sollte als die Entdeckung Amerikas bekannt werden. Wie es dazu kam und warum es eigentlich der falsche Begriff ist, erfährst du hier und im Video.

Inhaltsübersicht

Die Entdeckung Amerikas — Indien in Sicht!

Der Seefahrer Christoph Kolumbus war seit 10 Wochen mit seiner Crew auf dem Atlantik unterwegs. Im Auftrag der spanischen Krone suchte er einen neuen Seeweg nach Indien und China, um Gold und Gewürze leichter zu transportieren.

Doch die Stimmung wurde immer schlechter; auch die Besatzung zweifelte inzwischen an Kolumbus. Denn die Route über den Atlantik war nur möglich, wenn die Erde rund war — eine Theorie, die damals noch nicht alle glaubten. Umso erleichterter waren die Seeleute, als ein Matrose am 12. Oktober 1492 vom Schiffsmast „Land in Sicht!“ rief.

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Keiner von ihnen wusste, dass sie damit den Lauf der Geschichte für immer verändern würden. Denn Christoph Kolumbus und die Mannschaft des Segelbootes „Santa Maria“ waren felsenfest davon überzeugt, dass sie Indien gefunden hatten. Aber wie wir heute wissen, war es nichts geringeres als die Entdeckung Amerikas.

Kolumbus starb 14 Jahre später und wusste bis zu seinem Tod nicht, dass er einen neuen Kontinent entdeckt hatte.

Übrigens: Kolumbus betrat nicht die heutige USA, sondern eine karibische Insel der Bahamas.

Erkundungsstimmung in Europa

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(00:45)

Doch wie kam es eigentlich zu der Mission?

Asien, vor allem Indien, war für die Menschen eines der wichtigsten Handelsziele im 15. Jahrhundert. Denn dort gab es wertvolles Gold, seltene Edelsteine, einzigartige Gewürze und feine Seide.

Über den Landweg war das Ganze kein Problem. Mit Pferdekutschen konnte man vorbei an der wichtigen Handelsstadt Konstantinopel (heute Istanbul), über die heutige Türkei nach Asien gelangen. Ab 1453 war diese Landroute aber gesperrt, denn Konstantinopel wurde von den Osmanen erobert.

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Die Osmanen begannen Zölle auf sämtliche Waren zu erheben, die ihre Stadt durchquerten. Das machte den Landhandel zwischen Europa und Asien unattraktiv. Die europäischen Herrscher wollten auf die exotischen Güter aber nicht verzichten und dachten über einen Seeweg nach. Doch ein Seeweg nach Indien war noch keinem Seefahrer der Welt bis dahin bekannt.

Kolumbus und seine wahnsinnige Idee

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(01:20)

Christoph Kolumbus wurde 1451 in Italien geboren und wuchs in einer Zeit des Entdeckungsgeistes auf. Zahlreiche Schiffe wurden auf Entdeckungsfahrten geschickt, um den Seeweg nach Indien zu finden. Ein regelrechter Wettlauf zwischen Spanien, Portugal und Großbritannien entbrannte.

Die meisten Seefahrer suchten einen östlichen Weg um Afrika herum, was mit Blick auf die damalige Weltkarte auch Sinn ergab: Auf einer flachen Erde war das die einzige Option.

Christoph Kolumbus war sein ganzes Leben ein Entdecker. Er nahm ab seinem 26. Lebensjahr von Portugal aus an Expeditionen nach Grönland, Afrika und vielenmehr teil.

Bereits in dieser Zeit dachte er darüber nach, was es eigentlich bedeuten würde, wenn die Erde eine Kugel wäre. Diese Überlegung übernahm er von Aristoteles. Für Kolumbuserschien dementsprechend eine Reise von Europa in den Westen als theoretisch möglich.

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Doch was die Strecke angeht, haben sich Aristoteles und Kolumbus vielleicht etwas vertan. Denn sie waren der Meinung, dass der Weg zwischen Europa und Asien in ein paar Tagen zurückgelegt werden könnte.

Seinen Plan stellte Kolumbus vor vielen Königshäusern vor, meist wurde er als „verrückter Italiener“ abgestempelt. Doch das spanische Königspaar vertraute ihm und gewährte die nötigen Mittel, um die Reise 1492 zu starten.

Wer ist der wahre Entdecker Amerikas?

War Kolumbuswirklich der erste Mensch auf dem Kontinent Amerika? Allein der Fakt, dass in Amerika Ureinwohner lebten, widerlegt das schon einmal. Amerika war also nicht unberührt und schon von Menschen im Laufe der Geschichte besiedelt worden.

Aber wer war jetzt der erste Mensch von außerhalb,der Amerika „entdeckte“? Es waren die Wikinger. Der Isländer Leif Eriksson betrat um das Jahr 1000die heutige kanadische Insel Neufundland, um dort zu überwintern. Eriksson wusste genauso wenig wie Kolumbus, wo er eigentlich war.

Auch 1413 könnten bereits die Chinesen den neuen Kontinent entdeckt haben, da er auf einer Weltkarte eingezeichnet wurde. Man ist sich aber nicht sicher, ob die Karte wirklich echt ist.

Kolumbus war also weder der erste Mensch, noch der erste Europäer, der Fuß auf Amerika setzte. Sein Abenteuer geht trotzdem in die Geschichtsbücher ein, da es eine Kettenreaktion mit weitreichenden Folgen bis heute auslöste.

Übrigens:Warum heißt Amerika „Amerika“ und nicht zum Beispiel „Kolumba“? Das liegt an dem Italiener Amerigo Vespucci, denn er war es, der zum ersten Mal Amerika als einen eigenen Kontinent bezeichnete.

Die Begegnung mit den Ureinwohnern

Christoph Kolumbus und seine Kameraden blieben nicht lange unentdeckt. Denn auf vielen Teilen Amerikas lebten Ureinwohner, die Kolumbus sehr schnell über den Weg liefen.

Dass das erste Treffen zwischen Kolumbus und den Ureinwohner etwas holprig ablief, kann man sich sicherlich vorstellen. Erstens, sahen sie gar nicht aus wie Inder und zweitens, beteten sie die Seefahrer an. Denn aufgrund des merkwürdigen Aussehens der Europäer dachten die Ureinwohner, dass sie Götter sein müssten.

Das erste Treffen verlief friedlich. Eswurde sogar schon gehandelt: Papageien, Baumwolle und Gold gegen Mützen, Messingglöckchen und Glasperlen.

Im selben Zug fuhr Kolumbus noch weiter und entdeckte Kuba und Haiti. Kolumbus nannte Haiti „Hispaniola“ und gründete die erste spanische Kolonie auf dieser Insel. Mit Kisten voller Gold und Gewürzen kehrte Kolumbus nach Spanien zurück und wurde als Held der Nation gefeiert. Selbst das Königspaar erhobsich vor ihm — eine große Ehre.

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Halb Europa machte sich nun auf den Weg über Kolumbus‘ Seeweg. Die weiteren Expeditionen liefen aber alles andere als friedlich ab …

Interessant: Kolumbus nannte die Ureinwohner Amerikas „Indianer“, da er ja immer noch dachte, er wäre in Indien. Dieser „falsche“ Name hat sich bis heute durchgesetzt.

Eroberung und Völkermord

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(02:39)

Bei den neu gegründeten Kolonien ging es darum, Gebiete zu kontrollieren, Siedlungen aufzubauen und Rohstoffe zu gewinnen. Dafür brauchte man Arbeitskräfte. So kam es dazu, dass die Europäer die Ureinwohner versklavten und sie zum Arbeiten zwangen.

Die Indianer waren entsetzt von ihren „Göttern“ und wehrten sich heftig. So kam es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

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Auf Kolumbus folgten weitere Eroberer wie Hernán Cortés, der im 16. Jahrhundert das Aztekenreich dem Erdboden gleich machte. Die Azteken waren eine Hochkultur in Mexiko und mit ihrer Eroberung wurden Menschenleben und Kultur ausgelöscht. Ähnlich ging es den Völkernder Inkas und der Mayas. So wurden viele tausende Jahre Hochkultur durch die machtgierigen Europäer zerstört.

Am Ende der 300-jährigen spanischen Herrschaft blieb nur ein Bruchteil der 50 Millionen Ureinwohner Amerikas übrig. Der Rest erlag den Waffen, Bluthunden und Krankheiten der Europäer. Dementsprechend hat Europa Amerika nicht entdeckt, sondern blutig erobert.

Wusstest du das? Als unter den Spaniern in Amerika Unruhe und Zweifel aufkamen, ging Kolumbus auch gegen sie mit Gewaltvor. Dafür wurde er in Ketten gelegt und nach Europa verfrachtet. Er starb 1506, verbittert und fast vergessen …

Der Beginn der modernen Zeit

Europa wurde in Folge der Eroberung Amerikas zur neuen globalen Weltmacht. Der Handel mit Gold, Silber, Edelsteinen, Tabak und vielem mehr brachten den Europäern viel Reichtum. Amerikanische Lebensmittel wie Kartoffeln und Mais verhinderten Hungersnöte in Europa und das europäische Reich wuchs um das Dreifache an Fläche an.

Über die Zeit siedelten sich neben den Spaniern auch Portugiesen, Engländer, Irländer, Deutsche, Italiener und Skandinavier in Nord- und Südamerika an. Sie begannen, eine eigene Nationalidentität zu entwickeln.

Zunehmende Spannungen führten dazu, dass am 4. Juli 1776die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben wurde.Somit lösten sich die Europäer in Amerika von der britischen Krone und nannten sich von da an „Amerikaner“.

Nordamerika hat es im Laufe der Geschichte geschafft, heute mit den USA die größte Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Wie die Welt ohne Kolumbus‘ Entdeckung ausgesehen hätte, kann man sich gar nicht mehr vorstellen.

Entdeckung Amerikas — häufigste Fragen

  • Wer hat Amerika entdeckt und wann?
    Christopher Kolumbus entdeckte am 12. Oktober 1492 Amerika. Er wollte einen Seeweg von Europa nach Indien finden und segelte dazu nach Westen über den Atlantik. Nach 10 Wochen stieß er auf Festland, was er für Indien hielt, doch es war Amerika.
  • Wer hat zuerst Amerika entdeckt?
    Der Isländer Leif Eriksson hat Amerika zuerst entdeckt. Er fand im Jahr 1021 unbewusst Neufundland, eine kanadische Insel. Kolumbus wird aber 1492 als Entdecker gesehen, da nach ihm die europäische Eroberung stattfand.
  • Was waren die Folgen der Entdeckung Amerikas?
    Die Folgen der Entdeckung Amerikas waren:
    – Zerstörung der Ureinwohner und Hochkulturen (Azteken, Mayas, Inkas)
    – Europäische Krankheiten wurden verschleppt (Pocken, Masern, Grippe)
    – Europa wuchs territorial und gewann Reichtum und Macht (neue Weltmacht)

Die Neuzeit

Die Entdeckung Amerikas war ein zentrales Ereignis der europäischen Epoche der Neuzeit. Welche Ereignisse und Erfindungen die Neuzeit noch auszeichnen, erfährst du in unserem Video!

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